Hansestadt LÜBECK: Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz
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Umsetzung der Umgebungslärmrichtlinie

Die Umgebungslärmrichtlinie (Richtlinie 2002/49/EG) über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm verfolgt das langfristige Ziel, schädlichen Umgebungslärm zu vermeiden, ihm vorzubeugen oder ihn zu verringern. Die Umsetzung in deutsches Recht erfolgte mittels der §§ 47 a-f BundesImmissionsschutzgesetz (BImSchG) in Verbindung mit der 34. BundesImmissionsschutz-verordnung (34. BImSchV).
Der Bürgermeister der Hansestadt Lübeck hat dem Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz die Federführung für die Umsetzung der Richtlinie übertragen.

Informationen:

Die Umsetzung der Umgebungsrichtlinie beinhaltet sowohl die Durchführung der Lärm- kartierung als auch die Aufstellung des Aktionsplans.
Ausgenommen davon ist die Lärmkartierung an Haupteisenbahnstrecken. Nicht nur hierfür, sondern auch für die Aufstellung eines bundesweiten Lärmaktionsplans für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes mit über 30.000 Zugbewegungen pro Jahr, das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zuständig.

Die Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie für Lübeck fand in zwei Stufen statt:

  • In der ersten Stufe wurden im Jahr 2007 die Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 6 Mio. Fahrzeugen pro Jahr und die Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 60.000 Zügen pro Jahr kartiert

  • In der zweiten Umsetzungsstufe stellt die Hansestadt Lübeck einen Ballungsraum dar. Zu diesem gehören auch folgende Umlandgemeinden: Stockelsdorf, Ratekau (Ortsteil Sereetz), Bad Schwartau, Groß Grönau (Stadtgrenze Lübeck bis Klein Grönau), Lüdersdorf (Ortsteil Herrnburg).
    Jede Gemeinde bzw. Stadt ist für die Aufstellung ihres eigenen Lärmaktionsplans verantwortlich. Es findet jedoch ein regelmäßiger Austausch statt.
    Die zweite Umsetzungsstufe ist mit der Erstellung des Lärmaktionsplans (2013/2014), der am 26.06.2014 von der Bürgerschaft beschlossen wurde, abgeschlossen. Mindestens alle 5 Jahre muss eine Überprüfung und bei wesentlichen Veränderungen auch eine Überarbeitung des Lärmaktionsplans erfolgen. Die Fortschreibung des Lärmaktionsplans an Hauptverkehrsstraßen ist für das Jahr 2018 geplant.


Als Ballungsraum hat die Hansestadt Lübeck auch Industrie- und Gewerbeanlagen [IVU-Anlagen gemäß Anhang I der Richtlinie über die Integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung der EU] zu kartieren. Hierunter fallen die sich auf dem Lübecker Stadtgebiet befindlichen Häfen.
Welche Gebiete das im Einzelnen sind, wird aus der Veröffentlichung der Lärmkarten sowie aus dem Ergebnisbericht und dem dazugehörigen Erläuterungsbericht ersichtlich:
» Ergebnisbericht Hafen (2012)
» Erläuterungsbericht Hafen (2012)
Eine Überarbeitung der Lärmkarten für Industrie- und Gewerbeanlagen erfolgt nicht, da es in diesen Bereichen keine wesentlichen Änderungen gegeben hat.

Für eine verfeinerte Bewertung der Lärmsituation wurde das Rechenmodell der Lärmkartierung der Lübecker Hauptverkehrsstraßen mit der LärmKennZiffer-Methode betrachtet (Betroffenheitsanalyse anhand der straßenabschnittsbezogenen LärmKennZiffer) Lärmbetroffenheiten können anhand der sogenannten LärmKennZiffer dargestellt werden. Diese wurde wie folgt von einem beauftragten Gutachterbüro ermittelt:

  • Grundlage: Betroffenenuntersuchung Straßenverkehr der Lärmkartierung für die Hansestadt Lübeck gemäß Umgebungslärmrichtlinie (2002/49/EG) nach VBUS bzw. VBEB für den LDEN und LNight in 4 Meter über Gelände.
  • Schwellenwerte: Schwellen der potenziellen Gesundheitsgefährdungen von LDEN = 65 dB(A) oder LNight = 55 dB(A)
  • LärmKennZiffer LKZ: Produkt aus der Anzahl der über LDEN = 65 dB(A) oder LNight = 55 dB(A) belasteten Einwohner und dem Maß der Überschreitung dieses Wertes
  • Straßenabschnittsbezogene LKZ: Hierfür wurden die Lärmbetroffenheiten auf die Straßenabschnitte projiziert. Aufgrund der unterschiedlichen Straßenabschnittslängen erfolgte eine Normierung der LKZ-Werte auf 100 Meter, um eine Vergleichbarkeit zu ermöglichen.

Die beiden folgenden Karten zeigen die LKZ (bezogen auf einen Straßenabschnitt von 100 Metern) einmal über einen Zeitraum von 24 Stunden (LDEN) und über den Nachtzeitraum (LNight):
» LKZ 24h (2013)
» LKZ Nacht (2013)
Eine Überarbeitung der LKZ erfolgt 2017/2018.

Nachfolgend stellen wir Ihnen den derzeit noch aktuellen Lärmaktionsplan der zweiten Umsetzungsstufe als Download zur Verfügung:
» Lärmaktionsplan: Hauptverkehrsstraßen und Hafen (2013/2014)
Für Lübeck betrifft das die Streckenabschnitte 1120 (Lübeck Hbf. – Richtung Hamburg) und 1100 (Lübeck Hbf. – Abzweig Bad Schwartau).
Die Ergebnisse der Lärmkartierung wurden Ende Juni 2017 durch das EBA veröffentlicht und können mit einem interaktiven und kostenfreien Kartendienst betrachtet werden

Im Juni 2017 hat das EBA mit der ersten Phase der bundesweiten Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Lärmaktionsplanung an Haupteisenbahnstrecken des Bundes begonnen. Bürgerinnen und Bürger konnten an einer Befragung im Internet teilnehmen und sich damit an der Erstellung des Lärmaktionsplans beteiligen.

Das Eisenbahn-Bundesamt hat nun den so genannten Teil A des Lärmaktionsplans im Internet auf der Informations- und Beteiligungsplattform: www.laermaktionsplanung-schiene.de sowie auf seiner Homepage: www.eba.bund.de/lap veröffentlicht. Auf Wunsch ist das Dokument auch als Druckversion verfügbar.
Dieser Teil des Lärmaktionsplans ist Ergebnis der ersten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Lärmaktionsplanung. Insgesamt sind in der ersten Phase ca. 38.000 Beteiligungen eingegangen.

Bis zum 7. März 2018 hat die Öffentlichkeit Gelegenheit, dem Eisenbahn-Bundesamt eine Rückmeldung zu dem Lärmaktionsplan Teil A sowie zum Verfahren selbst zu geben. Dies ist über der oben genannten Informationsplattform möglich. Alternativ dazu können Beteiligungen aber auch per Post an das Eisenbahn-Bundesamt, Lärmaktionsplanung, Heinemannstraße 6, 53175 Bonn geschickt werden.

Der aus dem Teil A hervorgehende Lärmaktionsplan Teil B wird Mitte des Jahres 2018 veröffentlicht. Beide Teile ergeben zusammen den Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken.

Für den Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz hat die Information und die Mitwirkung der Öffentlichkeit im Rahmen der Aktionsplanung eine zentrale Bedeutung.
Der Projektbeirat (Lärmbeirat) ist ein wichtiger Bestandteil der Öffentlichkeitsbeteiligung. Er setzt sich aus unterschiedlichen Interessengruppen zusammen, die gemeinsam an Konzepten zur Lärmminderung arbeiten. Die Verantwortung für die Durchführung der Lärmminderungsplanung in der Hansestadt Lübeck liegt beim Bereich Umwelt- Natur- und Verbraucherschutz.
Weitergehende Informationen zur Lärmaktionsplanung erhalten Sie auf der Themenseite des Landesministeriums.
Die Aktionspläne der ersten Stufe (2008) stehen Ihnen nachfolgend als Download zur Verfügung:
» Lärmaktionsplan: Hauptverkehrsstraßen (2008)
» Lärmaktionsplan: Schienen (2010)

Ein Teil des Aktionsplans befasst sich mit der Festlegung von sogenannten ruhigen Gebieten. Weitere Informationen erhalten Sie hier

Kontakt:
Frau Meybohm, Telefon: 0451/122-3946 oder 0451/122-3969 (Servicetelefon)
E-Mail: unv@luebeck.de

Angeboten von

Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz (UNV): Natur, Klima und Immissionen
Kronsforder Allee 2 - 6
23560 Lübeck
Ansprechpartner:Michael Zeckel
Telefon:0451 / 122 - 3928
Fax:0451 / 122 - 3990
Email:unv@luebeck.de
Internet-Adresse:http://www.unv.luebeck.de

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