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Knickschutz und Knickpflege

Knicks oder Wallhecken sind ein typisches Element der schleswig-holsteinischen Kulturlandschaft. Sie gehören zu den nach § 21 Landesnaturschutzgesetz Schl.-H. (LNatSchG) / § 30 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) gesetzlich geschützten Biotopen und sind ein sehr wichtiger Lebensraum für Vögel, Insekten, Kleinsäuger und viele andere Lebewesen.
Ein typischer Knick besteht in der Regel aus einem Wall, Bewuchs aus einem Krautsaum, mehreren Straucharten sowie aus einer Reihe von Überhältern, d.h. durchgewachsenen älteren Bäumen. Ein- oder mehrreihige Gehölzstreifen zu ebener Erde sind ebenfalls geschützt.
Historisch hatte der Knick zeitweise die Funktion eines lebendigen Zaunes. Traditionell nutzten die Bauern die Sträucher als Brennholz und die Überhälter als Bau- und Wertholz, z.B. zum Anfertigen von Werkzeug und Zaunpfählen. Hierzu wurde der Knick alle 12 – 15 Jahre „auf den Stock gesetzt“, wobei stets Überhälter für ein nachhaltiges Angebot an Wertholz belassen bzw. nachgezogen wurden.

Informationen:

Hinweise für eine ordnungsgemäße Knickpflege
Knicks sind in einem regelmäßigen Zyklus von 12-15 Jahren zurückzuschneiden. Der Rückschnitt, das sogenannte „Knicken“ oder „Auf-den-Stock-setzen“ darf nicht während der Schonzeit erfolgen. Diese dauert vom 01. März bis zum 30. September eines jeden Jahres.
Das Knicken der Gehölze hat etwa 10 cm bis höchstens 20 cm über dem Boden mit einem sauberen Schnitt zu erfolgen. Sollten die Pflegearbeiten maschinell, z.B. mit einer Knickschere, erfolgen, ist der Schnitt höher anzusetzen und mit der Motorsäge unten nachzuschneiden. Sind alte, kopfartig verwachsene Schnittstellen noch erkennbar, ist hier der Pflegeschnitt anzusetzen. Dies ist vor allem bei Knickharfen (schräg gewachsene alte Gehölze) und bereits bestehenden Kopfbäumen zu beachten. Überhälter sind in einem Abstand von 40 – 80 m zu belassen, im Durchschnitt insgesamt also alle 60 m.
Der seitliche Senkrechtschnitt (sogenanntes Knickputzen) darf im Sommer nach der Ernte erfolgen, wenn der Knickbewuchs die maschinelle Bodenbearbeitung des Ackers durch überhängende Zweige behindern würde. In diesem Fall dürfen diese Zweige dann senkrecht über der Wallunterkante nach oben geputzt werden. Es ist stets scharfes Werkzeug zu verwenden, so dass Ausfransungen der Schnittstelle nicht auftreten.
Äste und Zweige, die im Rahmen der Knickpflege abgeschnitten wurden, sind aus dem Knick zu entfernen und anderweitig zu entsorgen, um eine Nährstoffanreicherung im Knick zu vermeiden.
Die Krautvegetation auf dem Knickwall gehört zum Knick und ist zu erhalten. Alle Arbeitsgänge zur Bestellung, Pflege und Ernte der landwirtschaftlichen Nutzfläche haben so zu erfolgen, dass der Knickwall intakt und gut erkennbar bleibt. Ein Überpflügen oder Abpflügen des Knickwalls ist nicht zulässig.

Die Untere Naturschutzbehörde überwacht im Rahmen von Kontrollen nach Cross Compliance die ordnungsgemäße Pflege von Knicks durch Landwirte. Bei Verstößen erfolgt eine Meldung an das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) des Landes Schleswig-Holstein, das an den Verursacher finanzielle Sanktionen verhängt. Parallel dazu wird ein Verstoß gegen die ordnungsgemäße Knickpflege ordnungsrechtlich geahndet. Bei erheblichen Beeinträchtigungen von Knickfunktionen wird dem Verursacher eine Ausgleichsmaßnahme auferlegt.

Notwendige Unterlagen/ Voraussetzungen:

Die Beseitigung eines Knicks oder eines Teilstücks von einem Knick ist ein Eingriff gemäß § 8 LNatSchG / § 14 BNatSchG. Daher ist z.B. bei Neuanlage oder Verlegung einer landwirtschaftlichen Zufahrt durch einen Knick ein formloser Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde zu stellen

Angeboten von

Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz (UNV): Natur, Klima und Immissionen
Kronsforder Allee 2 - 6
23560 Lübeck
Ansprechpartner:Michael Zeckel
Telefon:0451 / 122 - 3928
Fax:0451 / 122 - 3990
Email:unv@luebeck.de
Internet-Adresse:http://www.unv.luebeck.de

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