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Eichenprozessionsspinner - Vorkehrungen der Stadtverwaltung

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist eine Nachtfalterart, die sich in Deutschland zunehmend nach Norden ausbreitet. Seine Raupen entwickeln sich an Eichen und können bei Menschen gesundheitliche Beschwerden verursachen.
Bisher kommt der Eichenprozessionsspinner noch nicht in Lübeck vor. Er tritt aber seit 2011 in Hamburg und im Kreis Herzogtum Lauenburg auf, so dass damit zu rechnen ist, dass in naher Zukunft auch Lübeck betroffen sein wird.
Die Stadtverwaltung hat deshalb vorsorglich Vorbereitungen getroffen, um bei einem Auftreten des Eichenprozessionsspinners umgehend geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.

Informationen:

Wie sind befallene Eichen zu erkennen?

Eichenprozessionsspinner befallen ausschließlich Eichen, vorzugsweise einzeln oder in sonnigen Randlagen stehende Bäume. Befallene Eichen sind an den auffälligen Raupennestern zu erkennen - etwa fussballgroße, mit Raupen, Häutungsresten und Raupenkot gefüllte Gespinste, die sich am Stamm oder in Astgabelungen befinden.
Der Befall an Eichen unterscheidet den Eichenprozessionsspinner von der Gespinstmotte. Die Raupen dieser für den Menschen ungefährlichen Falterart sind an unterschiedlichen Gehölzarten zu beobachten. Im Gegensatz zu den Raupen des Eichenprozessionsspinners haben sie keine Haare.

Welche gesundheitlichen Beschwerden können Eichenprozessionsspinner verursachen?

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners bilden ab etwa Mitte Juni Brennhaare mit einem Nesselgift aus. Der Kontakt mit diesen Brennhaaren kann bei Menschen und bei Haustieren lokale Hautausschläge mit Juckreiz und Brennen, Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut, Bindehautentzündungen und in Einzelfällen auch allergische Reaktionen und asthmatische Beschwerden verursachen.
Die Raupenhaare können sich durch Wind in der näheren Umgebung ausbreiten und behalten viele Jahre lang ihre Wirkung. Auch von verlassenen Nestern (Gespinsten) der Raupen gehen Gefährdungen aus, da sie Häutungsreste mit Brennhaaren enthalten.

So können Sie sich schützen!

Die Stadtverwaltung empfiehlt, Abstand zu Eichen mit verdächtigen Gespinsten einzuhalten und auf eventuelle Warnschilder und Absperrungen zu achten.
Eltern sollten ihre Kinder auf die möglichen Gefahren hinweisen und sie ermahnen, grundsätzlich keine Gespinste oder haarigen Raupen anzufassen.
Nach Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner soll Kleidung, die Kontakt mit den Raupenhaaren hatte, nicht in der Wohnung ausgezogen werden und muss mit mindestens 60 Grad gewaschen werden. Haare sollten unter der Dusche mit Seife gespült werden, wobei das Wasser nicht in die Augen laufen darf. Auf die Haut können kühlende Kompressen gelegt werden, der Ausschlag kann mit Antihistaminika oder lokalen Kortisonpräparaten behandelt werden. Die Pigmentierung der Haut kann an den Kontaktstellen dauerhaft verändert bleiben. Tierbesitzer sollten darauf achten, dass auch Haustiere die feinen Härchen in ihrem Fell ins Haus tragen können.

Wenn nach einem Kontakt mit Raupenhaaren asthmatische oder sonstige schwere Beschwerden auftreten oder wenn die Augen betroffen sind, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Außerhalb der Sprechstunden steht der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung zur Verfügung (Tel. 116 117, eine Vorwahl ist nicht erforderlich). In akuten Notfällen (z.B. Atemnot) sollte der Rettungsdienst (Notruf 112) gerufen werden.

Wo können Sie Informationen erhalten und befallene Eichen melden?

Meldungen werden von der Telefonzentrale der Stadtverwaltung (Montags - Freitags, Tel.: 122-0), der Polizei (Tel.: 110) oder der Feuerwehr (Tel.: 112) entgegengenommen. Von dort werden die Meldungen an die zuständigen Bereiche der Stadtverwaltung weitergeleitet.

Die Stadtverwaltung wird die Bevölkerung informieren, sobald Vorkommen des Eichenprozessionsspinners in Lübeck bekannt werden.

Was macht die Stadtverwaltung, wenn Raupennester entdeckt werden?

An besonders sensiblen Orten wie Schulen, städtischen Kindergärten, Kinderspielplätzen, Parkanlagen und Friedhöfen sowie öffentlichen Wegen werden verdächtige Eichen durch Experten des städtischen Bereichs Stadtgrün und Verkehr in Augenschein genommen. Sofern tatsächlich Nester der Eichenprozessionsspinnerraupen gefunden werden, werden die Gefahrenbereiche mit geeigneten Warnschildern und Absperrungen gekennzeichnet und gegebenenfalls die Raupennester fachgerecht entfernt.
In den Lübecker Erholungswäldern werden befallene Waldabschnitte von den Revierförstern mit Warnschildern gekennzeichnet und mit rot-weißen Bändern abgesperrt.

Auf Privatgrundstücken sind die jeweiligen Eigentümer für die Beseitigung von Eichenprozessionsspinner-Nestern zuständig. Aufgrund der gesundheitlichen Gefahren wird davon abgeraten, Nester selbst zu entfernen. Betroffene Grundstückseigentümer sollten sich an fachkundige Firmen (Gartenbau- und Baumpflegebetriebe) wenden. Bei weitergehenden Fragen ist auch das Servicetelefon des Bereichs Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz unter der Rufnummer: 122 – 3969 behilflich.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der » Internetseite des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung Schleswig-Holstein

Unter anderem finden sie dort auch nachfolgende Publikationen:
- Informationen zum Eichenprozessionsspinner
(PDF, 388 KB, Datei ist nicht barrierefrei)
- Steckbrief Gesundheitliche Gefahren durch Eichenprozessionsspinnerraupen
(PDF, 113 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

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Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz: Natur, Klima und Immissionen
Kronsforder Allee 2 - 6
23560 Lübeck
Ansprechpartner:Michael Zeckel
Telefon:0451 / 122 - 3928
Fax:0451 / 122 - 3990
Email:unv@luebeck.de
Internet-Adresse:http://www.unv.luebeck.de

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