Metanavigation / Stadtporträt deu
Dienstag, 20.11.2018 3°C

Schnellnavigation / Service

Schnellsuche

 

Weitere Informationen

Geologisch - Geomorphologische Besonderheiten


  1. Brodtener Ufer
  2. Priwall
  3. Das Os von Pöppendorf - Waldhusen - Herrenwyk
  4. Dummersdorfer Ufer
  5. Dünen südlich von Brandenbaum
  6. Moräne südlich Blankensee - Beidendorf
  7. Tunneltal und Mäander der Schwartau
  8. Drumlin beim Gut Roggenhorst
Karte geologisch - geomorpholigische Besonderheiten 1. Brodtener Ufer 2. Der Priwall 4. Dummersdorfer Ufer 3. Das Os von Pöppendorf - Waldhusen - Herrenwyk 6. Moräne südlich Blankensee - Beidendorf 5. Dünen südlich von Brandenbaum 7. Tunneltal und Mäander der Schwartau 8. Drumlin bei Gut Roggenhorst

(Text und Karten aus: Peter-Helmut Ross: Schützenswerte geologisch-geomorphologische Formen im Gebiet der Hansestadt Lübeck, Geologisches Landesamt Schleswig-Holstein, 1988)



1. Das Brodtener Ufer

Karte des Gebietes (PDF 2,55 MB)

Mit einer Länge von ca. 4 km und einer Höhe bis zu 20 m ist das Brodtener Ufer eines der schönsten Steilufer Schleswig-Holsteins. Es bietet einen hervorragenden erdgeschichtlichen Einblick in Schichtenabfolge und Lagerungsverhältnisse von Moränen, die während des jüngsten weichselzeitlichen Eisvorstoßes abgelagert bzw. überprägt wurden. Außerdem gilt das Brodtener Ufer als der interessanteste Geschiebefundort an der gesamten Ostseeküste. Dieses Steilufer ist bei sehr exponierter Lage dem Brandungsanprall der offenen See vor allem bei Nord-Ost Stürmen ausgesetzt, was zu einem Abtrag von durchschnittlich 0,5 - 1,5 m/Jahr führt.

nach oben



2. Priwall

Karte des Gebietes (PDF 2,05 MB)

Der Priwall ist eine überdünte Nehrung, die sich von der mecklenburgischen Küste (bei Rosenhagen) bis unmittelbar vor das Ostseebad Travemünde erstreckt. Er ist im wesentlichen von der mecklenburgischen Steilküste her aufgebaut worden.

Die heutige Travemündung war vor ca. 10.000 Jahren eine fast 3 km breite Bucht. Ab etwa 7.500 Jahren v. Chr. begann sich die Lübecker Bucht mit Wasser zu füllen.

Die weit offene Travemündung begann sich erst nach der natürlichen Aufschüttung einer Strandwallebene (Höftland von Pötenitz) zu schließen. Die Strandwallebene war ebenfalls die Voraussetzung zum Aufbau eines Hakens als Anfangsstadium einer Nehrungsbildung, wobei die zunächst schmale Landzunge durch weiteren Materialnachschub aus Osten auf der Seeseite allmählich zu einer Strandwallebene verbreitert wurde. Durch das Vorwachsen der Priwallnehrung in die Traveförde wurde die Breite der Travemündung immer mehr verengt und nach Westen verlegt. Die Travemündung wurde dann 1465 durch Steinküstendämme festgelegt.

Ab ca. 1840 wurde die Priwallnehrung vor allem im Südwesten durch Aufspülung von Baggermaterial vergrößert und verändert.

nach oben



3. Das Os von Pöppendorf - Waldhusen - Herrenwyk

Karte des Gebietes (PDF 1,47 MB)

Unter Osern oder Wallbergen versteht man lange, schmale, oft gewundene, bahndammähnliche glazialmorphologische Formen (Glazialmorphologisch = eiszeitlich entstanden). Sie entstanden meist in der äußeren Randzone einer Vereisung in Fließrichtung des jeweiligen Gletschers. Es handelt sich dabei um Ablagerungen eines Schmelzwasserflusses im Eis (sog. Sandoser) oder um Aufpressungen von Geschiebemergel aus dem Untergrund in wallartiger Form (so. Aufpressungsoser). Charakteristisch für Oser ist ihre beidseitige Begleitung durch tiefere, meist vermoorte Geländerinnen.

nach oben



4. Dummersdorfer Ufer

Karte des Gebietes (PDF 2,51 MB)

Das Dummersdorfer Ufer ist ein ca. 5,5 km langer und bis ca. 25 m über NN aufragender Steilhang des Unter-Traveufers mit südöstlicher und östlicher Exposition. Seine Entstehung reicht in eine Zeit zurück, als die Travemündung noch nicht durch den Priwall abgeschirmt war - seine heutige Ausformung erhielt es jedoch durch die Trave in ihrem heutigen Bett.

Das ursprüngliche Relief des Dummersdorfer Ufers ist durch langjährigen Sand-Kiesabbau (Ballastsande für die Schifffahrt) weitgehend umgestaltet worden, wovon zahlreiche, z.T. tiefe Böschungseinschnitte zeugen.

Eine Besonderheit innerhalb des Dummersdorfer Ufers stellt das Stülper Huk mit dem ca. 16 m hohen Hirtenberg und dem Silkteich dar.

In biologischer Hinsicht bildet die Steilküste für Schleswig-Holstein zudem einzigartige kleinklimatische Standortbedingungen für wärmeliebende Pflanzen und Tiere.

nach oben



5. Dünen südlich von Brandenbaum

Karte des Gebietes: (PDF 0,95 MB)

Die geologische Entwicklung der Dünen südlich von Brandenbaum ist eng mit der Ausbildung der Flussrinne der Wakenitz als Auslauf des ca. 4 m über NN liegenden Ratzeburger Sees verknüpft. Diese Rinne wurde in einem Abschnitt der letzten (Weichsel-)Eiszeit angelegt, als im Lübecker Becken ein Eisstausee bestand und Schmelzwässer aus diesem Becken nicht - wie heute - nach Norden, sondern über verschiedene Rinnensysteme nach Süden zum Elbe-Urstromtal flossen.

Nach der Abschmelzung der stauenden Eisbarrieren in der Lübecker Bucht war dann der Weg in nördliche Richtung frei und Trave und Wakenitz mündeten nun auf kürzestem Weg in die Ostsee.

Besonders östlich der Wakenitz wurden am Ende der Weichsel-Kaltzeit am Ostrand des Lübecker Beckens Beckensande bei vorherrschenden Westwinden zu Binnendünen aufgeweht, so z.B. zwischen Strecknitz und Herrnburg oder bei Klein Grönau. Erkennbar ist heute noch teilweise die ursprünglich bewegte Geländeform der Dünenkuppen und -täler.

nach oben



6. Moräne südlich Blankensee - Beidendorf

Karte des Gebietes: (PDF 0,85 MB)

Der Moränenzug südlich von Blankensee - Beidendorf stellt die westliche Fortsetzung der außerhalb Lübecker Gebietes liegenden, gestaffelten Moräne an der Tüschenbeker Mühle bis nach Groß Grönau dar. Als nördliche Begrenzung des Klempauer Moores bildet er eine sehr markante und prägende glazial-morphologische Landschaftsform zwischen dieser langgestreckten Hohlform des Moores und der etwa 10 m höher liegenden Sanderfläche von Blankensee.

Entstanden ist dieser Höhenrücken in der letzten, der Weichsel-Eiszeit in einem Stadium, als die weite Hohlform des Lübecker Beckens vom Gletschereis erfüllt war, dessen Ränder durch Oszillations-Bewegungen des Eises aufgestaucht wurden. Insgesamt hat sich das Eis da schon in einem Rückzugsstadium befunden, denn die Haupt-Randmoränen des Lübecker Beckens liegen noch weiter südlich zwischen Gut Tüschenbek - Groß Sarau - Groß Disnack und Berkenthin/Behlendorf.

nach oben



7. Tunneltal und Mäander der Schwartau

Karte des Gebietes: (PDF 1,52 MB)

Die Entstehung des Tales der Schwartau geht auf ein weichseleiszeitliches Tunneltal zurück. Tunneltäler sind unter dem Eis durch Schmelzwasserströme geformte Täler mit meist unregelmäßigem Querschnitt. Ohne primäre Gleithänge besitzen sie ein stark wechselndes Gefälle und oft einen durch Querrücken aus älteren Sedimenten unterteilten Talboden mit zahlreichen tiefen Kolken. In der Nacheiszeit, in der die Eisbedeckung nicht mehr vorhanden war, wurden diese Täler jedoch unter subaerischen (d.h. luftabgeschlossenen) Bedingungen überformt, so dass Gleit- und Prallhänge und vor allem - bei nachlassendem Gefälle - abwechslungsreiche Mäander entstehen konnten. In ihrem Unterlauf weist die Schwartau, etwa ab Rohlsdof, noch eine größere Anzahl relativ intakter Mäander auf, die an der Grenze zum Lübecker Gebiet durch den Stichkanal abgeschnitten sind und hier nur noch als Altarme existieren.

Neben den großflächigen Vermoorungen von der Mündung in die Trave bis zum Ausläufer des Riesebusches östlich von Bad Schwartau weisen das Schwartautal und seine Nebentäler eine größere Anzahl von Quellmooren auf, so dass sie auch in ökologischer Hinsicht wertvoll und erhaltenswert sind.

nach oben



8. Drumlin beim Gut Roggenhorst

Karte des Gebietes: (PDF 0,93 MB)

Unter Drumlin versteht man in Richtung der ehemaligen Eisbewegung elliptisch gestreckte, stromlinienförmige Hügel von mehreren hundert bis mehreren tausend Meter Länge und bis 10 m, gelegentlich auch bis über 40 m Höhe in ehemals vergletscherten Gebieten. Sie bestehen vorwiegend aus Grundmoränenmaterial und sind oft in größerer Zahl, fächerartig und gestaffelt angeordnet.

Drumlins an sich sind nicht selten. Der Drumlin von Roggenhorst hebt sich jedoch im Lübecker Raum von benachbarten Formationen im Raum Buntekuh - Hohenleuchte dadurch heraus, dass er als einziger morphologisch klar und nur wenig bedeckt aus den Beckensedimenten des Lübecker Beckens heraustritt.

nach oben

zurück