Hansestadt LÜBECK: Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz – Lärm
Metanavigation / Stadtporträt deu
Donnerstag, 18.10.2018 15°C

Schnellnavigation / Service

Schnellsuche

 

Weitere Informationen

Lärm


SchallpegelmessungFür viele Menschen stellt Lärm das Umweltproblem Nr. 1 dar. Studien zufolge fühlen sich in Deutschland über 60 % der Menschen durch laute Geräusche, insbesondere verursacht durch Straßenverkehr, belästigt.
 
Welche Lärmquellen werden als besonders belastend empfunden?
Diese und weiterführende Fragestellungen richten sich an die Lübecker Bürger und Bürgerinnen, um sich aktiv bei der Lärmminderungsplanung in der Hansestadt einzubringen.  Eine zu Beginn des Jahres durchgeführte Fragebogenaktion ist ein Teil der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Fortschreibung des Lärmaktionsplans - der gemäß der EU-Umgebungslärmrichtlinie alle 5 Jahre geprüft und bei Bedarf überarbeitet werden muss.
 
Zum Hintergrund:
Mit der Verabschiedung der Umgebungslärmrichtlinie (Richtlinie 2002/49/EG) über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm hat die Europäische Union neue Akzente im Lärmschutz gesetzt. Diese Richtlinie verfolgt das langfristige Ziel, schädlichen Umgebungslärm zu vermeiden, ihm vorzubeugen oder ihn zu verringern.
 
Nachfolgend stellen wir Ihnen den aktuellen Lärmaktionsplan, der in der Bürgerschaftssitzung am 26.06.2014 beschlossen wurde, als Download zur Verfügung:
Lärmaktionsplan: Hauptverkehrsstraßen und Hafen (2013/2014)
Auswertung der Öffentlichkeitsbeteiligung (Stand: 16.03.2015)

Eine Fortschreibung des Lärmaktionsplanes an Hauptverkehrsstraßen ist für 2018 geplant.

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat mit der Erstellung des Lärmaktionsplanes für alle Haupteisenbahnstrecken des Bundes begonnnen. Unter der Adresse www.laermaktionsplanung-schiene.de ist die Informationsplattform des Eisenbahn-Bundesamtes zur Lärmaktionsplanung im Internet erreichbar.

Die Ergebnisse der aktuellen Lärmkartierung durch das EBA sind veröffentlicht und können mit einem interaktiven und kostenfreien Kartendienst betrachtet werden. Hier >> gelangen Sie zu weiterführenden Informationen und Verweisen.

Im Juni 2017 hat die erste Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung begonnen. Die Öffentlickeit hatte Gelegenheit, sich an der Lärmaktionsplanung des Eisenbahn-Bundesamtes zu beteiligen. Als Ergebnis wurde nunmehr der sogenannte Teil A des Lärmaktionsplans im Internet auf der Informations- und Beteiligungsplattform: www.laermaktionsplanung-schiene.de sowie auf der EBA-Homepage: www.eba.bund.de/lap veröffentlicht.

Bis zum 7. März 2018 hatte die Öffentlichkeit Gelegenheit, dem Eisenbahn-Bundesamt eine Rückmeldung zu dem Lärmaktionsplan Teil A sowie zum Verfahren selbst zu geben.
Der aus dem Teil A hervorgehende Lärmaktionsplan Teil B wird Mitte des Jahres 2018 veröffentlicht. Beide Teile ergeben zusammen den Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken.

Zur Umsetzung der Umgebungslärmrichtlinie

Die Umgebungslärmrichtlinie (Richtlinie 2002/49/EG) über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm verfolgt das langfristige Ziel, schädlichen Umgebungslärm zu vermeiden, ihm vorzubeugen oder ihn zu verringern. Die Umsetzung in deutsches Recht erfolgte mittels der §§ 47 a-f BundesImmissionsschutzgesetz (BImSchG) in Verbindung mit der 34. BundesImmissionsschutz-verordnung (34. BImSchV).
Der Bürgermeister der Hansestadt Lübeck hat dem Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz die Federführung für die Umsetzung der Richtlinie übertragen.

Die Umsetzung der Umgebungsrichtlinie beinhaltet sowohl die Durchführung der Lärmkartierung als auch die Aufstellung des Aktionsplans.
Ausgenommen davon ist die Lärmkartierung an Haupteisenbahnstrecken. Nicht nur hierfür, sondern auch für die Aufstellung eines bundesweiten Lärmaktionsplans für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes mit über 30.000 Zugbewegungen pro Jahr, das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zuständig.

 Die Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie für Lübeck fand in zwei Stufen statt:

  • In der ersten Stufe wurden im Jahr 2007 die Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 6 Mio. Fahrzeugen pro Jahr und die Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 60.000 Zügen pro Jahr kartiert
  • In der zweiten Umsetzungsstufe stellt die Hansestadt Lübeck einen Ballungsraum dar. Zu diesem gehören auch folgende Umlandgemeinden: Stockelsdorf, Ratekau (Ortsteil Sereetz), Bad Schwartau, Groß Grönau (Stadtgrenze Lübeck bis Klein Grönau), Lüdersdorf (Ortsteil Herrnburg).
    Jede Gemeinde bzw. Stadt ist für die Aufstellung ihres eigenen Lärmaktionsplans verantwortlich. Es findet jedoch ein regelmäßiger Austausch statt.
    Die zweite Umsetzungsstufe ist mit der Erstellung des Lärmaktionsplans (2013/2014), der am 26.06.2014 von der Bürgerschaft beschlossen wurde, abgeschlossen. Mindestens alle 5 Jahre muss eine Überprüfung und bei wesentlichen Veränderungen auch eine Überarbeitung des Lärmaktionsplans erfolgen. Die Fortschreibung des Lärmaktionsplans an Hauptverkehrsstraßen ist für das Jahr 2018 geplant.

zurück >>

Als Ballungsraum hat die Hansestadt Lübeck auch Industrie- und Gewerbeanlagen [IVU-Anlagen gemäß Anhang I der Richtlinie über die Integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung der EU] zu kartieren. Hierunter fallen die sich auf dem Lübecker Stadtgebiet befindlichen Häfen.
Welche Gebiete das im Einzelnen sind, wird aus der Veröffentlichung der Lärmkarten sowie aus dem Ergebnisbericht und dem dazugehörigen Erläuterungsbericht ersichtlich:
Ergebnisbericht Hafen (2012)
Erläuterungsbericht Hafen (2012)
Eine Überarbeitung der Lärmkarten für Industrie- und Gewerbeanlagen erfolgt nicht, da es in diesen Bereichen keine wesentlichen Änderungen gegeben hat.

Für eine verfeinerte Bewertung der Lärmsituation wurde das Rechenmodell der Lärmkartierung der Lübecker Hauptverkehrsstraßen mit der LärmKennZiffer-Methode betrachtet (Betroffenheitsanalyse anhand der straßenabschnittsbezogenen LärmKennZiffer) Lärmbetroffenheiten können anhand der sogenannten LärmKennZiffer dargestellt werden. Diese wurde wie folgt von einem beauftragten Gutachterbüro ermittelt:

  • Grundlage: Betroffenenuntersuchung Straßenverkehr der Lärmkartierung für die Hansestadt Lübeck gemäß Umgebungslärmrichtlinie (2002/49/EG) nach VBUS bzw. VBEB für den LDEN und LNight in 4 Meter über Gelände.
  • Schwellenwerte: Schwellen der potenziellen Gesundheitsgefährdungen von LDEN = 65 dB(A) oder LNight = 55 dB(A)
  • LärmKennZiffer LKZ: Produkt aus der Anzahl der über LDEN = 65 dB(A) oder LNight = 55 dB(A) belasteten Einwohner und dem Maß der Überschreitung dieses Wertes
  • Straßenabschnittsbezogene LKZ: Hierfür wurden die Lärmbetroffenheiten auf die Straßenabschnitte projiziert. Aufgrund der unterschiedlichen Straßenabschnittslängen erfolgte eine Normierung der LKZ-Werte auf 100 Meter, um eine Vergleichbarkeit zu ermöglichen.

Die beiden folgenden Karten zeigen die LKZ (bezogen auf einen Straßenabschnitt von 100 Metern) einmal über einen Zeitraum von 24 Stunden (LDEN) und über den Nachtzeitraum (LNight):
LKZ 24h (2013)
LKZ Nacht (2013)
 Eine Überarbeitung der LKZ erfolgt 2017/2018.

Für den Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz hat die Information und die Mitwirkung der Öffentlichkeit im Rahmen der Aktionsplanung eine zentrale Bedeutung.

Lärmbeirat

Der Projektbeirat (Lärmbeirat) ist ein wichtiger Bestandteil der Öffentlichkeitsbeteiligung. Er setzt sich aus unterschiedlichen Interessengruppen zusammen, die gemeinsam an Konzepten zur Lärmminderung arbeiten.

Im Lärmbeirat sind unter anderem Vertreter folgender Institutionen beteiligt:

  • Fraktionen der in der Bürgerschaft vertretenden Parteien
  • Fachbereiche der Stadtverwaltung (Umweltschutz, Stadtplanung, Verkehr, Gesundheitsamt)
  • Wissenschaft/Gesundheit (Fachhochschule Lübeck, Akademie für Hörgeräteakustik)
  • Wirtschaftsverbände (IHK, Haus und Grund)
  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
  • Bürgerinitiativen gegen Lärmbelästigung
 
Die Aktionspläne der ersten Stufe (2008) stehen Ihnen nachfolgend als Download zur Verfügung:

Lärmaktionsplan: Hauptverkehrsstraßen (2008)
Lärmaktionsplan: Schienen (2010)

Festlegung von ruhigen Gebieten

Ein Teil der Lärmaktionsplanung befasst sich mit der Festlegung von sogenannten ruhigen Gebieten. Im Rahmen der Umgebungslärmrichtlinie sind diese Gebiete gegen eine Zunahme des Lärms zu schützen. Da es zurzeit keine gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien für die ruhigen Gebiete gibt, wurden auf Grundlage des Landschaftsplans der Hansestadt Lübeck erste Möglichkeiten zur Festsetzung entwickelt.

Um die unterschiedlichen Strukturen der Gebiete zu verdeutlichen, sind diese in drei Kategorien unterteilt:

Übersichtskarte: Ruhige Gebiete Gesamt
Übersichtskarte: Ruhige Gebiete Nord
Übersichtskarte: Ruhige Gebiete Süd

 

Ausführliche Informationen zum Thema Lärm und die Umgebungslärmrichtlinie bietet Ihnen die Themenseite des Landesministeriums: www.laerm.schleswig-holstein.de.  Über den auf dieser Seite angebotenenen Kartenservice (Lärmatlas) gelangen Sie auch zu den strategischen Lärmkarten von Lübeck.